26.01.2019, 21:43
Shinto
Shinto besteht aus einer Vielzahl von religiösen Kulten und Glaubensformen, die sich an die einheimischen japanischen Gottheiten (kami) richten. Kami sind zahlenmäßig unbegrenzt und können die Form von Menschen, Tieren, Gegenständen oder abstrakten Wesen haben. Man spricht daher auch von Shinto als einer polytheistischen, animistischen oder auch theophanischen Religion.
Die Gebäude oder Verehrungsstätten des Shinto bezeichnet man als Shinto-Schreine. An der Spitze der Schreinhierarchie steht der Ise-Schrein, wo die Sonnengottheit Amaterasu, zugleich die mythische Urahnin des japanischen Kaisers, des Tenno, verehrt wird. Dementsprechend gilt der Tenno auch als Oberhaupt des Shinto. Während diese religiöse Führungsrolle des Tenno heute nur noch nominelle Bedeutung besitzt, erreichte sie in der Ära des Nationalismus vor dem Zweiten Weltkrieg ihren Höhepunkt. Dem Tenno wurde damals ein göttlicher Status zugeschrieben. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Staats-Shinto.
Historisch betrachtet war der Shinto jahrhundertelang eine uneinheitliche und mit Elementen des Buddhismus und Konfuzianismus durchmischte religiöse Tradition, die erst mit Beginn der Meiji-Restauration aufgrund neuer politischer Ideologien zu einer einheitlichen und rein japanischen "Urreligion"umgedeutet wurde. Hinsichtlich einer genauen Definition besteht nach wie vor keine Einigkeit. So bemerkt z.B. der japanische Religionshistoriker Lbayashi Taryo: "Shinto [ist] im weitesten Sinne die Urreligion Japans, im engeren Sinne ein aus Urreligion und chinesischen Elementen zu politischen Zwecken ausgebautes System."
Die Gebäude oder Verehrungsstätten des Shinto bezeichnet man als Shinto-Schreine. An der Spitze der Schreinhierarchie steht der Ise-Schrein, wo die Sonnengottheit Amaterasu, zugleich die mythische Urahnin des japanischen Kaisers, des Tenno, verehrt wird. Dementsprechend gilt der Tenno auch als Oberhaupt des Shinto. Während diese religiöse Führungsrolle des Tenno heute nur noch nominelle Bedeutung besitzt, erreichte sie in der Ära des Nationalismus vor dem Zweiten Weltkrieg ihren Höhepunkt. Dem Tenno wurde damals ein göttlicher Status zugeschrieben. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Staats-Shinto.
Historisch betrachtet war der Shinto jahrhundertelang eine uneinheitliche und mit Elementen des Buddhismus und Konfuzianismus durchmischte religiöse Tradition, die erst mit Beginn der Meiji-Restauration aufgrund neuer politischer Ideologien zu einer einheitlichen und rein japanischen "Urreligion"umgedeutet wurde. Hinsichtlich einer genauen Definition besteht nach wie vor keine Einigkeit. So bemerkt z.B. der japanische Religionshistoriker Lbayashi Taryo: "Shinto [ist] im weitesten Sinne die Urreligion Japans, im engeren Sinne ein aus Urreligion und chinesischen Elementen zu politischen Zwecken ausgebautes System."
Ehtik
Shinto weist in seiner gesamten Geschichte nur wenige klar umrissene Konzepte religiöser Ethik auf. Es gibt keine schriftlich fixierten Gebote, die für alle Gläubigen oder gar alle Menschen jederzeit gültig gewesen wären. So ist die Ausrichtung auf den Tenno als oberster Autorität selbst im sog. Schrein-Shinto nicht unumstritten, während die Richtungen des sog. Sekten-Shinto meist eigene Gründerfiguren als oberste religiöse Instanz verehren. Auch ist ein Unterschied zu buddhistischer, konfuzianischer oder bloß säkularer Ethik oft nicht auszumachen. Einige generelle Tendenzen werden jedoch allgemein der ethischen Praxis aller Richtungen zugerechnet:- Befürwortet wird eine Lebensführung in Übereinstimmung mit den Kami, die sich in Verehrung und Dankbarkeit ihnen gegenüber, sowie allen voran in Streben nach Harmonie mit ihrem Willen äußern kann (insbesondere durch gewissenhafte Ausführung der Shinto-Rituale). Insbesondere im Schrein-Shinto gehört dazu auch eine Rücksichtnahme auf die natürliche sowie die eigene soziale Umwelt und Ordnung. In dieser Betonung einer auf gegenseitiger Hilfe beruhenden Harmonie, die auch auf die Welt als Ganzes ausgedehnt werden kann, lässt sich ein Bekenntnis zu menschlicher Solidarität finden wie es auch den universalistischen Weltreligionen zu eigen ist.
- Die Kami sind zwar wesentlich perfekter als Menschen, aber nicht perfekt in einem absoluten Sinne, wie etwa im Monotheismus. Kami begehen Fehler und sogar Sünden. Dem entspricht, dass es im Shinto keine moralischen Absoluta gibt. Wert oder Unwert einer Handlung ergibt sich aus der Gesamtheit seines Kontextes heraus, schlechte Handlungen sind allgemein lediglich jene, welche die gegebene Harmonie beschädigen oder gar zerstören.
- Reinheit ist ein erstrebenswerter Zustand. Dementsprechend sind Beschmutzungen (kegare sowohl physischer als auch spiritueller Natur zu vermeiden und regelmäßige Reinigungsrituale (harai) abzuhalten. Reinigungsrituale stehen daher auch immer am Beginn aller anderen religiösen Zeremonien des Shinto. In der geschichtlichen Entwicklung des Shinto hat dies zu einer generellen Tabuisierung des Todes und aller damit zusammenhängender Phänomene geführt. Daher obliegen auch Begräbniszeremonien in Japan meist eher buddhistischen Institutionen und Geistlichen. Darüber hinaus kommt es mitunter auch zur Ablehnung von Organspenden oder der posthumen Freigabe der toten Körper von Angehörigen z.B. zur Obduktion, um die spirituelle Verbindung des Toten zu den Trauernden nicht zu stöen und den Körper nicht zu verletzen. Gegen letztgenannte Tendenzen werden in den letzten Jahren aber auch Stimmen hoher Geistlicher laut.