Mythic Curse

Normale Version: Religionen in Japan
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Shinto

Shinto besteht aus einer Vielzahl von religiösen Kulten und Glaubensformen, die sich an die einheimischen japanischen Gottheiten (kami) richten. Kami sind zahlenmäßig unbegrenzt und können die Form von Menschen, Tieren, Gegenständen oder abstrakten Wesen haben. Man spricht daher auch von Shinto als einer polytheistischen, animistischen oder auch theophanischen Religion.

Die Gebäude oder Verehrungsstätten des Shinto bezeichnet man als Shinto-Schreine. An der Spitze der Schreinhierarchie steht der Ise-Schrein, wo die Sonnengottheit Amaterasu, zugleich die mythische Urahnin des japanischen Kaisers, des Tenno, verehrt wird. Dementsprechend gilt der Tenno auch als Oberhaupt des Shinto. Während diese religiöse Führungsrolle des Tenno heute nur noch nominelle Bedeutung besitzt, erreichte sie in der Ära des Nationalismus vor dem Zweiten Weltkrieg ihren Höhepunkt. Dem Tenno wurde damals ein göttlicher Status zugeschrieben. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Staats-Shinto.

Historisch betrachtet war der Shinto jahrhundertelang eine uneinheitliche und mit Elementen des Buddhismus und Konfuzianismus durchmischte religiöse Tradition, die erst mit Beginn der Meiji-Restauration aufgrund neuer politischer Ideologien zu einer einheitlichen und rein japanischen "Urreligion"umgedeutet wurde. Hinsichtlich einer genauen Definition besteht nach wie vor keine Einigkeit. So bemerkt z.B. der japanische Religionshistoriker Lbayashi Taryo: "Shinto [ist] im weitesten Sinne die Urreligion Japans, im engeren Sinne ein aus Urreligion und chinesischen Elementen zu politischen Zwecken ausgebautes System."

Ehtik
Shinto weist in seiner gesamten Geschichte nur wenige klar umrissene Konzepte religiöser Ethik auf. Es gibt keine schriftlich fixierten Gebote, die für alle Gläubigen oder gar alle Menschen jederzeit gültig gewesen wären. So ist die Ausrichtung auf den Tenno als oberster Autorität selbst im sog. Schrein-Shinto nicht unumstritten, während die Richtungen des sog. Sekten-Shinto meist eigene Gründerfiguren als oberste religiöse Instanz verehren. Auch ist ein Unterschied zu buddhistischer, konfuzianischer oder bloß säkularer Ethik oft nicht auszumachen. Einige generelle Tendenzen werden jedoch allgemein der ethischen Praxis aller Richtungen zugerechnet:

  • Befürwortet wird eine Lebensführung in Übereinstimmung mit den Kami, die sich in Verehrung und Dankbarkeit ihnen gegenüber, sowie allen voran in Streben nach Harmonie mit ihrem Willen äußern kann (insbesondere durch gewissenhafte Ausführung der Shinto-Rituale). Insbesondere im Schrein-Shinto gehört dazu auch eine Rücksichtnahme auf die natürliche sowie die eigene soziale Umwelt und Ordnung. In dieser Betonung einer auf gegenseitiger Hilfe beruhenden Harmonie, die auch auf die Welt als Ganzes ausgedehnt werden kann, lässt sich ein Bekenntnis zu menschlicher Solidarität finden wie es auch den universalistischen Weltreligionen zu eigen ist.
  • Die Kami sind zwar wesentlich perfekter als Menschen, aber nicht perfekt in einem absoluten Sinne, wie etwa im Monotheismus. Kami begehen Fehler und sogar Sünden. Dem entspricht, dass es im Shinto keine moralischen Absoluta gibt. Wert oder Unwert einer Handlung ergibt sich aus der Gesamtheit seines Kontextes heraus, schlechte Handlungen sind allgemein lediglich jene, welche die gegebene Harmonie beschädigen oder gar zerstören.
  • Reinheit ist ein erstrebenswerter Zustand. Dementsprechend sind Beschmutzungen (kegare  sowohl physischer als auch spiritueller Natur zu vermeiden und regelmäßige Reinigungsrituale (harai) abzuhalten. Reinigungsrituale stehen daher auch immer am Beginn aller anderen religiösen Zeremonien des Shinto. In der geschichtlichen Entwicklung des Shinto hat dies zu einer generellen Tabuisierung des Todes und aller damit zusammenhängender Phänomene geführt. Daher obliegen auch Begräbniszeremonien in Japan meist eher buddhistischen Institutionen und Geistlichen. Darüber hinaus kommt es mitunter auch zur Ablehnung von Organspenden oder der posthumen Freigabe der toten Körper von Angehörigen z.B. zur Obduktion, um die spirituelle Verbindung des Toten zu den Trauernden nicht zu stöen und den Körper nicht zu verletzen. Gegen letztgenannte Tendenzen werden in den letzten Jahren aber auch Stimmen hoher Geistlicher laut.
Das Christentum in Japan

Das Christentum spielt in Japan eine untergeordnete Rolle, da die Vorstellung eines einzigen allmächtigen Gottes mit den traditionellen religiösen Konzepten schwer in Einklang zu bringen ist. Heute sind nur etwa 1 % aller Japaner, also rund eine Million Menschen, Christen. Dies ist ein geringerer Bevölkerungsanteil als während der christlichen Missionierung des 16. Jahrhunderts und weltweit einer der niedrigsten Werte. Eine neue Gallup-Umfrage geht dagegen von sechs Prozent aus. Sieben japanische Premierminister waren Christen (Hara Takashi, Takahashi Korekiyo, Yoshida Shigeru, Katayama Tetsu, Hatoyama Ichiro, Ohira Masayoshi und Taro Aso).

Zwischen 1614 und 1873 war das Christentum in Japan verboten und härtesten Verfolgungen und Repressionen ausgesetzt. Dennoch hielten sich einzelne christliche Gruppen im Untergrund, die unter dem Begriff Kakure kirishitan, soviel wie „versteckte Christen“, oder auch Sempuku kirishitan, „verborgene Christen“, zusammengefasst werden. Nach der Öffnung des Landes kehrten viele in die katholische Kirche zurück, einige jedoch zogen es vor, getrennt zu bleiben. Diese nennt man gelegentlich Hanare kirishitan, „Separat-Christen“.
Die römisch-katholische Kirche zählt in Japan mittlerweile ca. 509.000 Mitglieder (Stand: 2005) und die von Nikolai von Japan im 19. Jahrhundert gegründete japanische orthodoxe Kirche hat etwa 30.000 Mitglieder. Die evangelischen Gemeinden in Japan haben zusammen etwa 650.000 Mitglieder. Sie wurden von amerikanischen Missionaren im 19. oder 20. Jahrhundert gegründet, die meisten von Ihnen gehören den auch in Amerika stark vertretenen Denominatonen an (Methodisten, Baptisten, Calvinisten unterschiedlicher Prägung).

Japanische Christen betreiben einen im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil überproportional hohen Anteil der Schulen, Hochschulen und sonstigen Bildungseinrichtungen im Lande. Von den Schülern und Studenten wird jedoch kein Bekenntnis zum Christentum verlangt.
Bekannten sich in den 1930er Jahren nur wenige hundert Japaner zu den Zeugen Jehovas und war die Religionsgemeinschaft während des Zweiten Weltkriegs sogar verboten, so verzeichneten sie seit den 1950er Jahren einen rapiden Anstieg auf fast 219.000 Mitglieder (Stand: 2008).

Das Christliche Jahrhundert
Die Geschichte der Katholischen Kirche und des Christentums in Japan beginnt 1549 mit der Landung des Jesuiten Franz Xaver (Francisco de Xavier y Jassu). Die darauf folgende Zeit der Mission bis zur ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts bezeichnet man in Anlehnung an Charles Boxers berühmtes Buch als das „christliche Jahrhundert“ Japans. Diese Periode endete nach der Niederschlagung des Shimabara-Aufstands mit der Ausweisung der letzten Portugiesen im Jahr 1639.

Im Dezember 1547 lernte der Mitbegründer des Jesuitenordens Xaver in Malakka den Japaner Anjiro kennen, von dem er erstmals genauere Nachrichten über das fernöstliche Archipel erhielt. Bis zu jener Zeit war Japan in Europa nur aus Marco Polos Erzählungen als Goldland „Zipangu“ bekannt, das auch der eminente Christoph Kolumbus auf seiner Fahrt nach Indien und China anzusteuern gedachte.

Da dessen Mission mit der Entdeckung Amerikas eine unverhoffte Wende genommen hatte, tat sich für Xaver eine historische Gelegenheit auf. Im August 1549 landete er mit drei Jesuiten und Anjiro in Kagoshima auf der südlichen Insel Kyushu. Der lokale Fürst Shimazu Takahisa gewährte ihm Unterstützung. Xavier war tief beeindruckt von Land und Leuten und warb in begeisterten Sendbriefen um personelle und finanzielle Unterstützung. Während seiner Reisen in Kyushu und im westlichen Honshu zeitigte er erste Missionserfolge. 1550 reiste er nach Kyoto und wollte beim TennM vorsprechen, was ihm aber verwehrt wurde. 1551 kehrte er nach Goa zurück, wo die Jesuiten einen großen Stützpunkt unterhielten. In den folgenden Jahren zog eine Reihe von Jesuiten nach Japan und baute das von Xaver begonnene Missionswerk aus. Einige unter ihnen wie Joao Rodrigues, Luis Frois oder Luís de Almeida erwarben sich durch ihre Aktivitäten und Schriften bleibende historische Verdienste.

Die christliche Mission war immer auch politisch. Portugiesen und Spanier, die damals vorherrschenden Kolonialmächte, versuchten ihren Einfluss geltend zu machen und rangen um Handelsgewinne und Einfluss.

Über die Europäer gelangte unter anderem eine technische Neuerung ins Land, die den Verlauf der folgenden Jahrzehnte entscheidend ändern sollte: Schusswaffen. Denn zu dieser Zeit der streitenden Reiche kämpften die japanischen Regionalherrscher (Daimyo) um die Vorherrschaft in Archipel. Gute Beziehungen mit den Missionaren und den ihnen folgenden portugiesischen Kaufleuten brachten ökonomische Vorteile, weshalb einige Daimyo sich taufen ließen. In Geschichtswerken werden sie heute kirishitan daimyo  genannt. Mit der Duldung bzw. Förderung des Christentums versuchten man aber auch, einen Gegenpol gegenüber den buddhistischen Klöstern zu etablieren, die teils eigene Truppen unterhielten und die Interessen vieler Regionalherrscher beeinträchtigten.

Im Laufe der blutigen Reichseinigung unter Toyotomi Hideyoshi wurde die Macht der buddhistischen Klöster jedoch gebrochen. In der Folge gewann die Beruhigung und Befriedung des Landes an Bedeutung. Der theologische Ausschließlichkeitsanspruch der christlichen Missionare stand dem nun ebenso im Weg wie die dominierende und damit preistreibende Position der portugiesischen Kaufleute im Import von Rohseide und Seidenstoffe.
Zugleich galt es, die in den südwestlichen Landesteilen sitzenden Regionalherrscher vom Fernhandel abzuschneiden, dessen horrende Gewinne den Ankauf von Feuerwaffen und die Aufstellung von Truppen ermöglichten.

Hinrichtung von Christen in den heißen Quellen des Vulkans Unzen (Kyushu) im frühen 17. Jahrhundert. Der Stich entstand auf der Grundlage schriftlicher Berichte aus Japan (Arnoldus Montanus: Gedenkwaerdige Gesantschappen der Oost-Indische Maetschappy in't Vereenigde Nederland, aen de Kaisaren van Japan, 1669)
Im Jahre 1587 erließ Hideyoshi das „Pater-Austreibungsedikt“, das erste einer langen Reihe von Edikten zur Unterdrückung des Christentums und Eindämmung der Mission.

Geraume Zeit war dies jedoch nicht das Resultat einer langfristig konzipierten Strategie, sondern eher eine ad hoc Reaktion auf bestimmte Vorgänge. Auch war die Durchsetzung in manchen Fällen räumlich und zeitlich begrenzt. Dennoch kam es von Anfang an zu Ereignissen, die in Europa großes Aufsehen erregten, und nach und nach wurde die Verfolgung verstärkt und systematisiert. So wurden u.a. neun Missionare (sechs Franziskaner und drei Jesuiten, darunter der Japaner Paul Miki) und siebzehn japanische Laien (Franziskaner-Tertiaren) verhaftet und schließlich in Nagasaki gekreuzigt. Diese Märtyrer von Nagasaki, die ersten christlichen Märtyrer Japans, wurden 1862 von Papst Pius IX. heilig gesprochen. Bei anderer Gelegenheit warf man Christen in kochend heiße Quellen („Hölle“ ) der Vulkanregion Unzen.

Eine auf den Briefen aus Japan beruhende Illustration findet sich bei Montanus (1669). Natürlich forderte Hideyoshi auch von seinen Vasallen die Abkehr vom Christentum. Die meisten folgten seiner Forderung, aber ein DaimyM, Takayama Ukon verweigerte dies. Er verlor seinen Rang und wurde nach Java verbannt.
Das 1602 entstandene Tokugawa-ShMgunat in Edo behielt gegenüber dem Christentum die gleiche Politik bei. Damals waren Franziskaner, Jesuiten und Dominikaner in Japan, aber schließlich wurden alle Ausländer im Rahmen der Abschließungspolitik (sakoku) entlassen. Dominikaner in Kyushu wurden 1609 verhaftet, nach Nagasaki verbracht und einige hingerichtet, die übrigen des Landes verwiesen. Shogun Tokugawa Ieyasu verbot das Christentum 1612 erst im vom Shogunat direkt regierten Gebiet (Tenryo) und schließlich 1615 durch die buke shohatto, einer Sammlung von Verordnungen für die Daimyo, in ganz Japan. 1623 kamen neun Missionare (darunter drei Dominikaner) aus Manila in die südliche Provinz Satsuma, doch bis 1634 wurden alle diese Missionare gefasst und hingerichtet.

Alle einfachen Japaner mussten sich als Mitglieder in einem buddhistischen Tempel registrieren lassen. Um versteckte Christen ausfindig zu machen war, ließ man die Bevölkerung vor Zeugen auf kleine Relieftafeln mit christlichen Symbolen (Fumie, „Tretbilder“) treten. Wer sich weigerte, war als Christ identifiziert. Besonders in Edo (dem heutigen Tokio), Osaka und der einstigen christlichen Hochburg Nagasaki war dies eine Pflicht, der die Stadtbewohner jährlich nachkommen mussten.
Wurde jemand als Christ erkannt, gab es für ihn zwei Möglichkeiten. Bekennende Christen wurden gekreuzigt oder verbrannt. Wer jedoch als Apostat seinem Glauben abschwor, blieb am Leben und galt als korobi kirishitan („umgefallener Christ“)). In beiden Fällen wurde die gesamte Familie sieben Generationen lang von den Behörden überwacht.

Im Jahr 1637 kam es zur Erhebung der durch Abgabelasten bis aufs Letzte ausgepressten, überwiegend christlichen Landbevölkerung im Raum Amakusa/Shimabara. Etwa 27.000 Aufständische verschanzten sich in der Festung Hara und trotzten den Angriffen der Samurai-Truppen des Regionalherrschers, der um Unterstützung bitten musste. Während der sich hinziehenden Kämpfe wurden auch die Niederländer in der Handelsniederlassung Hirado gezwungen, mit ihren Schiffskanonen die Wallanlagen zu beschiessen. Nach längerer Belagerung eroberten die auf 120 000 Mann verstärkten shogunatstreuen Truppen die Festung. Kein Aufständischer überlebte. Dieser Aufstand von Shimabara gab den Ausschlag zur endgültigen Ausweisung aller Europäer mit Ausnahme der Niederländer, danach gab es in Japan offiziell keine Christen mehr.
Buddhismus

Im 3. Jahrhundert v.Chr. Wurde der Buddhismus unter König Aschoka zur indischen Staatsreligion. Seitdem breitet er sich auch außerhalb seines Ursprungsland aus.

Als Religion basiert der Buddhismus auf Erfahrungen eines einzigen Menschen: des indischen Prinzen Siddhartha Gautama (566/563-486 v. Chr.).
Ursprünglich Shajyamuni, „Der Weise aus dem Geschlecht Shajyas“ genannt, war er ein reicher Führstensohn, der dessen Stammbaumaum den Himalaya sagenumwobenen König Ikshvaku zurückgeführt werden kann. Die Legende erzählt, dass Siddharts Mutter Maya ihren Sprössling in einen blühenden Hain bei Kapilavastu gebar.

Die vier edlen Wahrheiten
Die grundlegende Einsicht, die ihm bei seiner Erleuchtung zu teil wurde, sind die vier „edlen Wahrheiten“.
Erstens: Alle Existenz ist Leidvoll, alle Freunden und Vergnügungen sind flüchtig und ohne bleibenden Wert.
Zweitens: Das Leiden hat eine Ursache, wobei es jedes Element unserer Erfahrung in Abhängigkeit von seinen Vorgänger in einem fortgesetzten zyklischen Prozess entsteht.
Drittens: Die Ursache für das Leiden kann Festgestellt werden.
Viertens: Das Leiden kann beseitigt werden, wenn man den Weg folgt, den Siddhartha, der von nun An Buddha, wörtlich >Ein Erwachter< war, als denn >edlen achtfältigen Pfad< bezeichnete – das Kernstück des Buddhismus. Auf ihn bauen Lebensweise, moralische Einstellungen und religöse Übung der Buddhisten auf.

Der achtfältige Pfad
Der achtfältige Pfad fordert den Menschen zu rechter Einsicht, rechtem Entschluss, rechter Rede, rechtem Handeln, rechter Lebensführung, rechtem Sterben, rechter Aufmerksamkeit und rechter Versenkung auf. Rechte Einsicht meint die Einsicht in die vier edlen Wahrheiten und in die Urpersönlichkeit des Daseins. Der rechte Entschluss bezieht sich vor allem auf die Entsagung gegenüber weltlichen Dingen und auf Nicht-Schädigung von Lebewesen. Die rechte Aufmerksamkeit oder Wachsamkeit ist ein zentrales Konzept Buddhas. Es bezieht sich auf meditative Übungen, soll aber das ganze Leben des Buddhisten überstrahlen – das heißt: vollkommene Achtsamkeit (Smriti) auf Körper, Gefühle und denken.

Der Buddha lehrte, Extreme zu meiden und einen >mittleren Weg< zu folgen,Nur dieser Weg könnte Erkennen, Einsicht, und Erleuchtung bewirken und zum Verlöschen, zum Vergehen, Dem Nirvana führen. Im achtfachen Pfad liegt die gesamte Lehre des Buddha beschlossen. Er ist der Anlegepunkt seiner Lehre so, wie die Bergpredigt als der Anlegepunkt für die Lehre Jesus gilt.

Mündliche Überlieferung
Die Lehre des Buddha wurde nicht aufgezeichnet. Er sprach wahrscheinlich Magadhi, den Dialekt der Region, in der er aufgewachsen war. Seine Lehrende (Sutra) waren in eine poetische Form gefasst. Ein charakteristisches Merkmal sind häufige und langatmige Wiederholungen. Auf die Weise sollte man sich ihrer leichter erinnern können. Der Begründer des Buddhismus hatte seine Anhängern nämlich den Auftrag erteilt, seine Lehre überall zu verbreiten, damit sie bis in alle Ewigkeit allen Leidenden Kreaturen zugänglich ist. So schuf Siddhartha Gautama die erste Religion mit einem Missionsauftrag. Für einen Erfolg eines solches Unternehmen war entscheidend, eine mündliche Tradition zu begründen, deren Inhalte möglichst originalgetreu weiter getragen wurden.

Buddhismus in Japan
Der im 6. und 7. Jh. neu eingeführte Buddhismus stieß zwar anfangs im Rahmen der einheimischen Götterverehrung auf Widerstand, fand aber rasch Wege, die kami in sein Weltbild zu integrieren und beeinflusste unter anderem die Bauwerke und später auch die Ikonografie der kami-Verehrung. Während der meisten Epochen der bekannten japanischen Religionsgeschichte herrschte daher zwischen Buddhismus und ShintM keine klare Trennung. Vor allem innerhalb der einflussreichen buddhistischen Richtungen Tendai und Shingon wurden Shinto-Gottheiten als Inkarnationen oder Manifestationen von Buddhas und Bodhisattvas aufgefasst. Buddha-Verehrung und kami-Verehrung diente somit – zumindest auf theoretischer Ebene – dem gleichen Zweck. Diese theologische Entwicklung begann in der Heian-Zeit und erreichte im japanischen Mittelalter (12.–16. Jh.) ihren Höhepunkt. Sie ist als Theorie von „Urform und herabgelassener Spur“ bekannt, wobei die „Urform“ (,0, honji) den Buddhas, die „herabgelassene Spur“ (suijaku) den kami entspricht.
Die meisten Kami-Schreine standen zwischen der späteren Heian-Zeit (10.–12. Jh.) und dem Beginn der japanischen Moderne (1868 ) unter buddhistischer Supervision. Die großen shintoistischen Institutionen waren zwar in den Händen von erblichen Priester-Dynastien, die ursprünglich dem kaiserlichen Hof unterstellt waren, mit dem Niedergang des Hofes traten jedoch buddhistische Institutionen an seine Stelle. Lediglich der Ise-Schrein behielt dank seiner privilegierten Beziehung zum Hof eine Sonderstellung und entzog sich dem unmittelbaren Einfluss der buddhistischen Geistlichkeit. Kleinere Schreine wiederum hatten meist keine eigenen Shinto-Priester, sondern wurden von buddhistischen Mönchen oder von Laien betreut.